Zimmermannsklatsch

BRAUCH

Wer schaffen will, muss fröhlich sein!

Deshalb wohl, und weil im Zimmermann der Stolz auf sein Handwerk, auf seine zünftigen Bräuche, vor allem aber auf seine zünftige Arbeit so fest verwurzelt ist, haben sich die schönen, alten Zimmermannslieder bis in die heutige Zeit erhalten, bis in diese Zeit, die leider so manchen schönen, alten Handwerksbrauch in Gefahr gebracht hat, nämlich in die Gefahr des Vergessens. Eine Zeit, die die seelenlose Mechanisierung anstelle der Handwerks-Romantik setzten wollte.
 

Klatschen, Zimmermannsklatsch

Zunftbrauch, insbesondere der Zimmerleute, bei dem zwei oder in einer Reihe mehrere Gesellen sitzend oder stehend mit Unterstützung von Gesang im Takt und genau in vorgegebener Reihenfolge auf die Oberschenkel, Hüften und gegeneinander in die Hände klatschen. Geklatscht wird auch in schwierigen Formationen, wie im Dreier-, Vierer-, Siebenerklatsch sitzend oder stehend oder im Viererklatsch zwei Gesellen sitzend und zwei stehend.

Zimmermannsklatsch (Lied)

"Aufgeschaut"

1. Strophe
Früh morgens um halb sechse stehn wir auf und steigen aufs Gerüst hinauf.
Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut!
Holz her!
Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut!

2. Strophe
Fällt einer vom Gerüst herab, so findet er sein frühes Grab.
Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut!
Holz her!
Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut!

3. Strophe
Sechs Zimmerleute tragen ihn zur Ruh´ und decken ihn mit Sägmehl zu.
Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut!
Holz her!
Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut!

4. Strophe
Sechs Kinder laufen hinterm Sarge her, sie haben keinen Vater mehr.
Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut!
Holz her!
Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut!

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